Die Zisterzienser Abtei Lehnin ist das älteste Kloster der Mark Brandenburg

 


 

 
 

      

 

 


 

Das Kloster Lehnin ist das älteste Kloster in der Mark und wurde 1180 von Markgraf Otto I. von Brandenburg gegründet. Nach dem Einzug eines Konvents aus dem Zisterzienser-Kloster Sittichenbach (1183) wurde etwa um 1190 mit dem Bau der Kirche und der Klosteranlage begonnen, der im wesendlichen bis 1260 zum Abschluss kam.
 

 


 

     
 

Das Kloster Lehnin war die erste Gründung des Zisterzienserordens in der Mark Brandenburg. Es besaß als Hauskloster und Begräbnisstätte der Askanier und der Hohenzollern eine bedeutende kirchliche, wirtschaftliche und politische Funktion und entwickelte sich allmählich zu einer der wohlhabendsten Abteien im Land.
Drei neue Klostergründungen schufen die Lehniner Mönche noch im 13, Jahrhundert. Im Jahr 1234 wurde das Kloster Paradies (heute in Polen gelegen) mit einem Konvent besetzt, 1257 das Kloster Mariensee errichtet, dass 1273 nach Chorin verlegt wurde. Als letzte Gründung folgte das Kloster Himmelpfort, das 1299 von Zisterzienser-Mönchen aus Lehnin bezogen wurde.


 

Das Schicksal des Klosters Lehnin nach seiner Auflösung

 


 

Nach einer wechselvollen Geschichte wurde das Kloster Lehnin im Jahr 1542 säkuliert. Der Klosterbesitz, der 64 Dörfer ausmachte, fiel an den Kurfürsten. Die umliegenden Flächen und die Wirtschaftsgebäude wurden als kurfürstliches Domänegut ausgebaut und als solches bis 1811 genutzt. Die Bautätigkeit kam fast völlig zum Erliegen. Lediglich das Amtshaus wurde als Wohnung des kurfürstlichen Domäneverwalters 1696 neu errichtet. Während des 30-jährigen Krieges sind zahlreiche Klöster verwüstet worden, auch das Lehniner Kloster und umliegende Ortschaften erlebten mehrfache Plünderungen und Brandschatzungen.

Der Große Kurfürst hielt zuweilen Hof im „ Jagdschloss“ in Lehnin

 


 

    

Mitte des 17. Jahrhunderts hatte der Große Kurfürst das bereits verfallene Konversengebäude zu einem Jagdschloss ausbauen lassen. Dadurch entstand z.B. im Frühjahr, wenn sich Hofgesellschaften zur Jagd in Lehnin aufhielten, ein bescheidenes höfisches Leben. Vermutlich ist mit dieser Entscheidung und die Ansiedlung flämischer und französischer Kolonisten und auch die Entstehung des Ortes Lehnin verbunden gewesen.

 


 

    Lehnin war der bevorzugte „Sommersitz“ von Kurfürstin Luise Henriette   

    

 


 

Nachweislich hat die erste Gemahlin Friedrich Wilhelms I.., Kurfürstin Luise Henriette von Oranien, eine Vorliebe für diesen Ort als ihren „Sommersitz“ gehabt. Sie hielt sich öfter in Lehnin auf. Schwer erkrankt, nahm die kurfürstliche Famile am 9. Mai 1667 in Lehnin von ihr Abschied. Wenige Wochen später starb sie in Berlin. Das erklärt auch, weshalb der Name „Luise Henrietten Stift“ für das 1911 gegründete märkische Diakonissenmutterhaus gewählt wurde. Im 18. Jahrhundert verfielen die Klosteranlagen zusehends.
 

 


 

    In der Zeit von 1770  bis
 
    1820 hat es dann weitere 
    Zerstörungen gegeben.


 


Die Klausur wurde samt Kreuzgang abgebrochen, große Teile des Kirchenbaus wurden abgetragen oder lagen in Trümmern. Lediglich der romanische Ostteil mit Chor und Vierung blieb unzerstört und wurde als Gemeindekirche genutzt

Der Wiederaufbau der Klosterkirche

                 

 


 

Die Romantik und das aufkommende Nationalbewusstsein führten dazu, dass sowohl das preußische Königshaus als auch die gebildeten Stände zunehmend ihre Aufmerksamkeit auf den jämmerlichen Zustand des ehrwürdigen Klosters Lehnin richteten, zumal sich in Lehnin neben den askanischen auch die Grabstätten der Markgrafen und Kurfürsten und ihrer Familien aus dem Hause Hohenzollern befanden. Bereits Mitte des 19 Jahrhunderts wurden namhafte Architekten wie Ludwig Persius und Friedrich August Stüler von König Friedrich Wilhelm IV. mit Gutachten und Restaurierungsplänen für die Kirche beauftragt. 1862 begann man dann mit Aufgrabungen und Untersuchungen in der Kirchenruine. (Deren Ergebnisse hatte der Bauforscher Günter Sello später in seinen 1881 erschienenen „Beiträge zur Geschichte des Klosters und Amts Lehnin“ ausführlich beschrieben und kommentiert.) Nach Abschluss der Studien wurden Pläne zur Wiederherstellung  der Kirche ausgearbeitet, mit deren bau im Frühjahr 1871 unter der Leitung der königlichen Baumeister Geiseler und Köhler begonnen wurde. Die Rekonstruktion der Lehniner Klosterkirche ist somit ein frühes Meisterstück der modernen Denkmalpflege. Um die Formsteine im überkommenen Farbton brennen zu können, wurden sogar die Tongruben der „grauen Mönche“ wieder geöffnet. Im Jahr 1877 konnte das Gotteshaus schließlich eingeweiht werden. In den Folgejahren sind dann der Kreuzgang, Teile der Klausur und das Abtshaus restauriert worden.

 


 

Das „Königshaus“ diente früher als Hospital

 


 

Gleichzeitig mit dem Entschluss König Friedrich Wilhelm IV., die Klosterkirche wieder herzustellen, erwarb er das aus dem 14. Jahrhundert stammende ehemalige Hospital und sorgte dafür, dass das Gebäude nicht der Spitzhacke zum Opfer fiel.  Es trägt seitdem den Namen „Königshaus“. 1993 bis 1995 wurde der Bachsteinbau mit großem Aufwand restauriert und ist ein Juwel märkischer Baukunst. Seit Sommer 1995 ist das Königshaus  wieder öffentlich zugängig und wird von der Lernwerkstatt für Weiterbildungs-Seminare und Kurse genutzt und steht außerdem für Lesungen und Kammerkonzerte zur Verfügung.


 

Der letzte Abt Valentin hatte 1530 das nicht mehr genutzte Hospital durch wesendliche bauliche Eingriffe als Unterkunft für den Kurfürsten Joachim I. herrichten lassen, wenn dieser in den Lehniner Wäldern auf Jagd ging. In unmittelbarer Nähe des Königshauses befindet sich das Falkonierhaus (Ende 15. Jahrhundert), das den kurfürstlichen Jagdgesellschaften damals zusätzlich als Gästehaus diente und in dem heute die Strifts-Kindertagesstätte untergebracht ist. Das gegenüberliegende Pfarrhaus in hellem Backstein, Sitz der Superintendentur des Kirchenkreises Belzig_Lehnin, wurde 1845 nach einem Entwurf von Ludwig Persius im neugotischen Baustiel errichtet.

 


 

Weitere historische Gebäude auf dem Gelände 

 


 


Weiterhin sind neben der Klosterkirche, dem Kapitelsaal, Reste der Klausur und dem Königshaus ein alter Kornspeicher aus dem 14. Jahrhundert mit einer großartigen Dachkonstruktion erhalten geblieben. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein Wirtschaftsgebäude, das in klösterlichen Zeiten unter anderem Brau und Branntweinhaus war. Es trägt seit der Stiftsgründung 1911 den Namen „Elisabethhaus“ und wurde durch die Jahrhunderte immer wieder umgebaut und besonders Anfang des 10. Jahrhunderts baulich stark verändert. Bei seiner Restaurierung Anfang der Neuzigerjahre ist auf die Darstellung baugeschichtlicher Entwicklung besonderer Wert gelegt worden. Heute befindet sich in dem Gebäude der Besucherempfang mit einer Zisterzienser-Ausstellung, der Fest- und Speisesaal des Stifts, sowie im ersten Stockwerk Unterkünfte für Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule.

 

 

Im früheren Abthaus komfortabel übernachten

 


 

Zu der historischen Bausubstanz sind noch vorhandene Teile des Abtshauses und das im angegliederte Torhaus am Westausgang des ehemaligen Klostergutes und späterem Amtes zu zählen. Das Abtshaus wurde bereits in mittelalterlichen Urkunden aus dem 14. und 15. Jahrhundert erwähnt und verfügte damals sogar über einen beheizbaren Raum. Heute wird das Gebäude als Gästehaus des Stifts genutzt und steht vor allem den Teilnehmern von Fort- und Weiterbildungs - Veranstaltungen als Übernachtungsstätte zur Verfügung.

 


 


Die im westlichen Teil des Stiftsgeländes gelegene Klostermauer mit Wehrturm aus dem 14. Jahrhundert ist noch gut erhalten und umgrenzt den ehemaligen kurfürstlichen „Tiergarten“. Weitere Mauerreste und das Tetzletor am Osteingang der Klosteranlage belegen Reichtum und Wehrhaftigkeit des Klosters.


 
 

Das Luise-Henrietten-Stift Lehnin – eine diakonische Einrichtung der Evangelischen Kirche

 


 

Seit 1911 beherbergt die alte Klosteranlage in seinen Mauern das Luiese-Henrietten Stift als Diakonissenmutterhaus der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg. Nach dem zweiten Weltkrieg entstand auf dem Stiftsgelände ein Krankenhaus.

 


 

Seit der politischen Wende der Neuzeit ist es möglich geworden, im Stift ein geriatrisches Zentrum in ländlicher Region zu entwickeln. Dazu gehört das neue Altenhilfezentrum mit ca 100 Wohneinheiten für Pflegebedürftige, gerontopsychiatrische Tagesstätte und Sozialstation. In den umliegenden Dörfern und Ortschaften hat das Stift „Altenhöfe“ als Angebote betreuten Wohnens errichtet. Die geriatrische Rehabilitationsklinik bietet Anschlussheilbehandlung für vielfach erkrankte alte Menschen an, um ihnen ein weiterhin Selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen. Der Pflege und Begleitung sterbenskranker Menschen in ihrer letzten Lebensphase widmet sich das stationäre Hospiz.

     

 


 

Das Krankenhaus mit einer Klinik für innere Medizin mit 55 Betten übernimmt die Grundversorgung der Bevölkerung in der ländlichen Region zwischen den Städten Brandenburg, Potsdam und Belzig und ist ein wichtiges Glied der modellhaften Pflegekette.

 


 


Das Luise-Henrietten-Stift und das Diakonissenhaus Teltow tragen die Ausbildungsstätte für Pflegeberufe. Für die berufliche Weiterbildung der Altenpflege und für die geistliche Zurüstung kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung die „Lernwerkstatt“ eingerichtet. Mit seiner modellhaften Vernetzung von Hilfeangeboten und der Verbindung von „Beten und Tun des Gerechten“, von Verkündigung und Diakonie will das ehemalige Kloster und heutige Stift Lehnin ein Schaufenster der Kirche sein.

[bearbeitet von H.A]

 


 


Und hier noch ein paar Bilder der Klosteranlage, wie ich sie mit meinen Augen gesehen habe

Hier als Präsentation mit noch mehr Bildern 
(bitte ein bisschen Geduld, es müssen viele Bilder geladen werden)

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