Eine kleine Begebenheit,
aus der ein Bild entstand, welches ich über ein Jahr hinweg mit der Maus am PC gemalt habe
  
Es war das Jahr 1990, als wir uns entschlossen hatten, eine Fahrt nach Ravensburg zu unternehmen. Ich möchte jetzt nicht darauf eingehen, welches dieser Grund dafür war, denn es würde mich schmerzlich daran erinnern, was sich damals abgespielt hatte, als die politische Wende in Deutschland vollzogen wurde. Es war ein Montag gegen Mittag, als wir in Ravensburg ankamen. Was wir aber nicht wussten, dass gerade dieser Montag ein kirchlicher Rosenmontag war und in dem Betrieb dort, den wir besuchen wollten, nicht gearbeitet wurde. Was wollten wir nun anfangen mit der Zeit bis zum Dienstag Morgen. Wir waren noch nie in Österreich gewesen und so nutzten wir die Gelegenheit, über Lindau ins Österreichische hinein zu fahren. Es war ein herrlicher Tag und das erste mal in unserem Leben hatten wir auf der Voralberstrecke so viele Tunnel zu durchfahren. Uns war gar nicht bewusst, wie weit wir schon ins Österreichische hinein gefahren waren, denn die vielen Berggipfel links und rechts unserer Strecke hatten unser Augenmerk voll auf sich gelenkt. Irgendwann bogen wir von dieser Strecke ab und es ging über die Schweizer Grenze ins Untere Engadin rein. Wir konnten uns an den herrlichen Ausblicken nicht satt genug sehen. Der Abend rückte heran und wir mussten uns nun eine Strecke zurück aussuchen um bei Dunkelheit wieder in Deutschland sein zu können. Aber dazu waren wir schon viel zu weit südlich davon. Irgendwann sahen wir ein Hinweisschild zu einer Passstraße Richtung Davos. Auch ließen wir uns von Einheimischen in Susch den genaueren Weg beschreiben. Doch sie warnten uns um diese Zeit noch über den Pass fahren zu wollen. Wir fuhren trotzdem und mussten dann aber erfahren, warum wir gewarnt worden sind. Oben auf dem Pass angekommen, war es stockdunkel, lediglich ein Strahlenkranz der Sonne war links von uns hinter einem dunklen Bergkegel zu sehen. Als wir genauer hinsahen, erschien uns dieser Berg in ein ganz dunkles Rot getaucht. Obwohl mir gar nicht so wohl war auf dieser Höhe - bekam schlecht Luft und hatte ein beklemmendes Gefühl in der Brust, stieg ich aus um zu sehen was das war. Ich konnte eine riesige Fläche mit Bergrosen erkennen. Drei kleine Büschel abgerupft um meiner Frau eine Freude zu machen, stieg ich schnell wieder ins Auto und fuhr - nein ich tastete mich - die Passstraße in Richtung Davos hinunter. Und hier wurde ich wieder an die Warnung der Einheimischen erinnert. Keine Straßenrand Markierung, nichts dergleichen gab es da und das Licht der Scheinwerfer verschwand plötzlich, wenn ich in eine der vielen Kurven hinein fuhr.

Sehr viel später - es waren an die Zwei Jahre vergangen - bekam ich meinen ersten PC und hier probierte ich mich aus, um ein Bild von dieser herrlichen Bergwelt mit der Maus zu malen, so wie ich sie noch in meinem Gedächtnis hatte. Es war zwar mehr Phantasie, was ich da zusammenpinselte, aber ich denke, man kann es sich trotzdem ansehen.

Etwas zur dortigen geographischen Lage

Der Flüelapass verbindet das Prättigau bzw. das obere Rheintal mit dem Engadin. Bis zur Fertigstellung des Vereinatunnels 1999 wurde die Strasse durchgängig freigehalten, mit einer Nachtsperre im Winter (das dürfte eine sehr wichtige Information für Radler sein ...). Von Davos geht es zunächst im Nadelwald aufwärts. Bald ist die Baumgrenze erreicht, man passiert die Talstation der Pischabahn. Kurz vor der Passhöhe sind dann einig Kehren zu durchfahren. Auf der Passhöhe sind zwei kleine Seen, die die von Geröllfeldern dominierte Gegend auflockern. Natürlich gibt es auch ein Passschild, manchmal muss man warten, bis man das obligatorische Passfoto machen kann.

Die Westseite des Flüelapasses beginnt in Susch. Durch mehrere Kehren gewinnt man schnell an Höhe, ehe die Straße relativ gerade und regelmäßig steigend folgt sie dann dem Susasca-Tal durch Nadelwald. 3-4 km vor der Passhöhe bietet sich ein beeindruckender Blick durch das Val Grialetsch auf den vergletscherten Piz Vadret (3.229 m). Weiter geht es mit einigen Kehren in unwirtlichem Gelände.
 

     

 

      

Vier echte Bilder von der
Flüela-Passstraße-nach-Davos

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